Betriebssystemarten

Hinsichtlich der Betriebssystemarten finden sich in der Literatur unterschiedliche Klassifizierungsansätze.

Tanenbaum 2009, Kapitel 1.4, und Strelen 2012, Kapitel 1.3, beschreiben eine ähnliche Artenliste, die sich insbesondere an der Hardware orientiert, für welche die jeweilige Betriebssystemart konzipiert wurde.
Mandl 2013 klassifiziert in den Kapiteln 2.3 bis 2.7 eher nach dem Einsatzszenario, unter dem das jeweilige Betriebssystem nach seiner Installation betrieben werden soll.

Für einen erweiterten Einblick in die Thematik seien die oben genannten Quellen als Lektüre empfohlen.


Im Rahmen dieses Lernmoduls ist eine Beschränkung auf die folgenden Betriebssystemarten ausreichend:

  • Betriebssysteme für Großrechner
  • Betriebssysteme für Server
  • Betriebssysteme für Laptops und Personal Computer


Betriebssysteme für Großrechner

Großrechner (Mainframes) verarbeiten i.d.R. eine sehr hohe Zahl an Anfragen in sehr kurzer Zeit. Sie sind oftmals optimiert auf eine sehr hohe E/A-Rate und verfügen über eine sehr große Speicherkapazität auf den angeschlossenen Festplatten.

Mainframe-Betriebssysteme arbeiten üblicherweise im Stapelbetrieb (Batch-Jobs) oder sind transaktionsorientiert. Letzteres bedeutet, dass eine sehr große Zahl an Transaktionen in sehr geringer Zeit ausgeführt werden kann.

Ein Beispiel für ein Mainframe-Betriebssystem ist z/OS von IBM. Es ist u.a. auf Großrechnern bei Banken und Versicherungen im Einsatz.


Betriebssysteme für Server

Server werden überwiegend über das Netzwerk von vielen verschiedenen Clients angesprochen. Die Anwender an den Clients erwarten eine möglichst schnelle Reaktionszeit des Server-Betriebssystems, d.h. die angeforderten Daten oder Informationen sollen mit nur minimaler Verzögerung bereitgestellt werden.

Übliche Vertreter für Server-Betriebssysteme sind Windows Server 2008/2012, Unix oder Linux. Eine grafische Oberfläche am Server-Betriebssystem ist möglich, aber nicht erforderlich.

Die Einsatzzwecke für Server-Betriebssysteme liegen beispielsweise bei:

  • File-Server
  • Print-Server
  • E-Mail-Server
  • Terminal-Server


Betriebssysteme für Laptops und Personal Computer

Mit dieser Art Rechnersystem dürften die meisten Leserinnen und Leser dieses Lernmoduls täglich in Berührung kommen. Üblicherweise werden hier durch einen einzigen Nutzer verschiedene Programme gestartet, die in der Folge quasi-parallel genutzt werden.

Es handelt sich also um eine überwiegend dialogorientierte Nutzungsart: Der Anwender tätigt eine Eingabe (z.B. mit Maus und/oder Tastatur) und das Betriebssystem reagiert (möglichst schnell) darauf.

In der Praxis werden heute überwiegend Betriebssysteme mit grafischer Oberfläche eingesetzt, z.B. Windows 7/8/10, MacOS X oder Linux mit KDE oder Gnome.



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